Zusammenfassung
Es war einmal, dass der Gott des Nordens auf eine lange Reise ging, um die Tochter des Gottes des Südens zu heiraten. Als die Nacht hereinbrach und er nach einem Schlafplatz suchte, fiel sein Blick auf das prächtige Tor eines wohlhabenden Hauses. Als er klopfte und um Einlass bat, antwortete der Mann kalt: „Ich habe keine Notwendigkeit, mit einem Fremden wie dir zu sprechen“, und schloss die Tür.
Verzweifelt fand der Gott des Nordens eine strohgedeckte Hütte. Als er anklopfte, kam ein Mann in einfachen Kleidern heraus. Er fragte: „Entschuldigung, ich suche einen Schlafplatz für die Nacht. Könnte ich bei Ihnen übernachten?“ Der Mann antwortete: „Tretet ein. Wie ihr seht, ist es ein bescheidener Ort, aber wenn es euch recht ist, könnt ihr hier übernachten.“
Der freundliche Mann war der Bruder des kalten reichen Mannes. Der Gott wurde mit warmem Brei bewirtet und unterhielt sich fröhlich mit dem Ehepaar.
Einige Jahre später besuchte der Gott des Nordens mit seiner Frau und seinen acht Kindern das Haus. „Früher habe ich hier eine warme Gastfreundschaft erfahren“, sagte er, und der Ehemann erwiderte: „Ach, das ist nichts. Kommt hinein und ruht euch aus.“
Die Frau servierte kaltes Wasser und sagte: „An einem so heißen Tag war das die beste Gastfreundschaft.“ Der Gott des Nordens lehrte sie als Dank, dass sie aus Schilfrohr einen Kranz formen, ihn um die Taille legen und ihren Namen an die Außentür schreiben sollten, damit sie, selbst wenn in der Nachbarschaft eine Seuche ausbrach, unbeschadet leben könnten.
Daraufhin brach in der Nachbarschaft eine Seuche aus, und die reiche Familie verlor ihr Leben, während das freundliche Ehepaar gesund blieb. Seitdem begannen die Dorfbewohner, im Sommer Schilfrohrkränze zu machen und an die Türen ihre Namen zu schreiben. Das war das Ergebnis des Glaubens an die Lehre des Gottes des Nordens.
















































