Zusammenfassung
Es war einmal, in einem bestimmten Ort, wo ein Großvater und eine Großmutter lebten. Da das Paar keine Kinder hatte, betete es jeden Tag zu Gott, ihnen ein Kind zu schenken. "Oh Gott, bitte gib uns ein kleines Kind." Eines Tages geschah etwas Erstaunliches, und das Paar bekam ein kleines Baby. Das Baby war ein Junge, der nur einen Zoll groß war, und sie nannten ihn "Issun-bōshi" (der Zoll-Halbgott). Großvater und Großmutter zogen Issun-bōshi mit großer Sorgfalt auf, als wäre er ihr Schatz.
Die Kinder im Dorf verspotteten Issun-bōshi und riefen: "Zoll, Zoll, Zoll-Halbgott." Die Großmutter war sehr wütend und schickte die Kinder mit den Worten: "Seid ruhig!" fort. Doch Issun-bōshi wurde zu einem klugen und kräftigen Jungen. Eines Tages sagte Issun-bōshi: "Vater, Mutter, gebt mir eine Nadel, Stroh, eine Schale und Essstäbchen." Die Großmutter fragte neugierig: "Was willst du damit machen?" Darauf antwortete Issun-bōshi: "Die Nadel ist das Schwert, das Stroh der Schaft, die Schale das Boot und die Essstäbchen das Ruder. Ich möchte in die Hauptstadt gehen und ein Krieger werden."
Der Großvater und die Großmutter erkannten seinen Entschluss und ließen ihn ziehen. So machte sich Issun-bōshi auf den Weg in die Hauptstadt. Unterwegs traf er eine Ameise. "Ameise, wo ist der Fluss?" fragte er. Die Ameise antwortete: "Bei den Löwenzahnfeldern."
Als er am Fluss ankam, stieg Issun-bōshi in die Schale und fuhr wie mit einem Pfeil den Fluss hinunter. Bald näherte sich ein Fisch, aber Issun-bōshi vertrieb den Fisch mit den Essstäbchen. Er wurde von Wellen geschüttelt, vom Regen getroffen und vom Wind geblasen, doch schließlich kam er in der Hauptstadt an.
Als er durch die Stadt ging, sah er ein großes, elegantes Haus. Issun-bōshi beschloss, dort zu arbeiten. "Bitte öffnet das Tor, ich habe eine Bitte." Da erschien der Hausherr, sah sich aber um und bemerkte niemanden. "Wer ist da? Ich kann dich nicht sehen," sagte der Hausherr. Issun-bōshi antwortete: "Ich bin direkt zu deinen Füßen." Der Hausherr entdeckte Issun-bōshi neben seinen Geta (traditionellen japanischen Holzsandalen) und meinte: "Du scheinst lebhaft und klug zu sein. Gut, ich werde dich zu meinem Diener machen."
Der Hausherr hatte eine schöne Tochter, und Issun-bōshi lernte von ihr das Lesen und Schreiben. Eines Tages, als die Tochter Issun-bōshi zum Shinto-Schrein mitnehmen wollte, trafen sie auf einen großen Oni (Dämon) auf dem Weg. Der Oni wollte die Tochter entführen und Issun-bōshi sagte: "Du böser Oni, wenn du das Mädchen anfasst, werde ich dich nicht verschonen." "Frechheit! Ich werde dich fressen." sagte der Oni und verschlang Issun-bōshi auf einen Schlag.
Issun-bōshi stach im Bauch des Onis mit einer Nadel. "Au, ich werde sterben. Ich gebe auf. Hilfe!" Der Oni spuckte Issun-bōshi aus und rannte weg. "Danke, dass du mir geholfen hast. Du bist klein, aber sehr mutig und stark," sagte Issun-bōshi. "Der Oni scheint etwas vergessen zu haben. Was ist das?" fragte er. Die Tochter antwortete: "Das ist unser Zauberhämmerchen, wenn man es schüttelt, bekommt man alles, was man will. Issun-bōshi, was möchtest du haben?" Issun-bōshi antwortete: "Ich möchte größer werden."
Als er den Zauberhammer schüttelte, wuchs Issun-bōshi schnell und wurde in kürzester Zeit ein stattlicher Erwachsener. Schließlich heiratete Issun-bōshi die schöne Tochter und wurde der edle Krieger, von dem er immer geträumt hatte.


















































