Kariotori-Höhle

2024/11/19

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Zusammenfassung

Es war einmal ein kleines Dorf am Fuße eines Felsenbergs. An der Wand des Berges gab es eine große Höhle, die von weit her sichtbar war, doch niemand wagte es, hineinzugehen. Der Grund dafür war, dass es innen stockdunkel und unheimlich erschien.

Seltsamerweise benutzten die Dorfbewohner diese Höhle jedoch wie ihren Geschirrschrank. Sie liehen sich Geschirr für Feste, Hochzeiten und Beerdigungen aus. Das Ausleihen war einfach: Man stand einfach vor der Höhle und äußerte seinen Wunsch. Am nächsten Morgen war das geliehene Geschirr dann bereit. Es war Brauch, es nach Gebrauch unbedingt zurückzugeben und dabei Dankesworte auszusprechen. Außerdem durfte man sich nicht umdrehen, weshalb niemand den Moment sah, in dem das Geschirr verschwand.

Die Dorfbewohner waren ehrlich und fleißig, aber der Bauer Tagosaku war eine Ausnahme. Eines Tages ging Tagosaku zur Höhle und tat so, als wollte er Geschirr ausleihen, in Wirklichkeit hatte er jedoch keine Tochter, die heiratete, und plante, das geliehene Geschirr zu verkaufen. Teures Porzellan und lackiertes Geschirr wurden zu hohen Preisen verkauft, und Tagosaku wurde allmählich reich. Doch seine Frau seufzte oft, weil sie ein Kind wollte.

Schließlich äußerte Tagosaku in der Höhle den Wunsch: "Ich möchte ein Baby." Daraufhin brachte seine Frau einen Jungen zur Welt. Die beiden waren überglücklich, doch das Kind wuchs heran, ohne stehen oder laufen zu können, und weinte nur.

Die Zeit verging und an einem Herbsttag, als der Junge zehn Jahre alt wurde, standen Tagosaku und seine Frau im Garten und füllten Reis ab, als ihr Sohn plötzlich aufstand. Überrascht und erfreut riefen die beiden, doch ihr Sohn rannte, während er rief: "Ich gehe zur Höhle am Abhang!" Die beiden versuchten verzweifelt, ihn aufzuhalten, aber ihr Sohn war bereits in die dunkle Höhle gegangen.

Als die beiden an der Höhle ankamen, war der Sohn bereits verschwunden. Auch als sie sich umschauten, hörten sie nur das Echo. Dann ertönte eine unheimliche Stimme aus der Höhle: "Das Kind und zwei Reisballen, ich habe meinen Verlust wieder ausgeglichen." Ihr Sohn kehrte nie zurück.

Von da an fürchteten die Dorfbewohner diese Höhle und begannen, sie "Kinderhole" zu nennen.


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