Zusammenfassung
Am dämmrigen Nachmittag eines Regens machte sich die Magazinredakteurin Frau Müller auf den Weg zur Wohnung ihres ehemaligen Uni-Vorgesetzten, Herrn Schmidt, der an den Manuskripten einer fortlaufenden Romanserie arbeitete. Während sie Schritt für Schritt über den nassen Bürgersteig ging, vernahm sie plötzlich von unten am Hang eine kindliche Stimme, die ‚Mama…‘ rief, vermischt mit dem kalten Klang des Regens.
Zunächst hielt sie es für eine bloße Einbildung, doch die Stimme wurde allmählich klarer und wiederholte sich immer wieder, als wolle sie die tief in ihrem Herzen schlummernden Erinnerungen wecken.
Getrieben von Sorge und Neugier machte sich Frau Müller daran, der Quelle der Stimme auf den Grund zu gehen, und betrat den verlassenen, dunklen Bereich am Fuße des Hangs. Doch dort fand sie nur eine einsam stehende, verfallene Straßenlaterne und einen von Regen benetzten Bürgersteig. Irgendwie spürte sie tief in ihrem Inneren, dass diese unheimliche Erfahrung ein Vorbote ihres Schicksals sei, Herrn Schmidts Wohnung zu erreichen, und so setzte sie eilig ihren Weg fort.
Beim Betreten des Wohnhauses fiel ihr Blick auf einen staubigen Flur, auf Möbel, die den Hauch vergangener Zeiten verströmten, und auf ein altes Tagebuch. Während sie die Seiten umblätterte, entdeckte sie die Aufzeichnungen einer Frau, die einst in diesem Haus gelebt hatte. Diese Aufzeichnungen verbanden die warme Präsenz von ‚Mama‘, die sie in ihrer Kindheit vage gespürt hatte, mit verlorenen Erinnerungen. Erstaunlicherweise stammte der Schreibstil des Tagebuchs von Herrn Schmidt selbst, und seine Worte enthüllten ein Stück einer Vergangenheit, die Frau Müller bisher unbekannt geblieben war.
Und schließlich sah sich Frau Müller mit einer schockierenden Wahrheit konfrontiert: Auf der letzten Seite des Tagebuchs stand geschrieben: ‚Du bist nicht derjenige, der das Blut dieses Hauses teilt, sondern du wurdest hierhergeführt, um beschützt zu werden.‘ Während sie sich daran erinnerte, dass sie tatsächlich als Adoptivtochter erzogen worden war und dass ihre verschwundene leibliche Mutter einst in diesem Haus gelebt hatte, wurde ihr klar, dass die kindliche Stimme, die vom Hang her erklang, ein Schrei aus den verborgenen Erinnerungen in ihrem Inneren war. Ihre leibliche Mutter war eine ehemalige Freundin von Herrn Schmidt gewesen, die im Stillen über sie gewacht hatte, um sie zu beschützen.
Als der Regen nachließ, verstummte auch jene geheimnisvolle Stimme, und Frau Müller fasste den entschlossenen Vorsatz, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Alles geschah durch das Spiel des Schicksals, und die Stimme war ihre Führung, um ihr wahres Selbst wiederzufinden. Die seltsame Erfahrung und das verborgene Geheimnis prägten ihr Leben mit tiefer Bedeutung, und so endete die Geschichte leise.

















































