Zusammenfassung
Hans Schmidt lebte einst Tage, in denen er sich hemmungslos dem Glücksspiel und Alkohol hingab und von seinen Gläubigern verfolgt wurde.
Eines regnerischen Abends, als er ziellos durch die düstere Stadt wanderte, begegnete er zufällig einem alten Wahrsager in einer schattigen Gasse. Der Wahrsager sah ihn eindringlich an und sagte: "Du hast schon lange keinen Grabbesuch gemacht. Dein Vater ruft dich." Diese Worte klangen in den ohnmächtigen Ohren des Betrunkenen wie ein unheilvolles Flüstern aus der Ferne. In tiefer Stimme fügte der Wahrsager hinzu: "Sei vorsichtig mit dem, was dir begegnet; es wird dich retten."
Zunächst lachte Hans Schmidt diese Warnung als den Spott eines betrunkenen Scherzes ab, doch das Schicksal begann bereits, seltsame Schatten über sein Leben zu legen.
Schon am folgenden Tag schienen ihm belanglose Dinge – Straßenschilder an Ecken, vorbeifahrende Fahrräder und sogar kleine, zufällig den Gehweg entlangrollende Steine – unaufhörlich in den Weg zu kommen. Durch diese Reihe zufälliger Kollisionen wuchs allmählich in ihm das Gefühl, dass die Worte des Wahrsagers mehr Bedeutung hatten, als er anfangs glaubte.
Eines Tages, als er sich endlich seiner tief vergrabenen Vergangenheit stellen wollte, begab sich Hans Schmidt zum Friedhof, wo sein Vater ruht. Umgeben von moosbedeckten Grabsteinen und der erdrückenden Stille, vernahm er – getragen vom leisen Wind – das schwache Flüstern der Stimme seines Vaters, was sein Herz zutiefst erschütterte. Plötzlich stürzte ein altes, verwittertes Steinfragment zu seinen Füßen und krachte heftig gegen ihn. Dieser Aufprall war wie eine Offenbarung, die ihn an die jahrelang verdrängten Schuldgefühle, den Kummer und die stille Liebe seines Vaters erinnerte.
Mit festem Entschluss machte sich Hans Schmidt auf den Heimweg und spürte dabei eine wärmende Präsenz tief in seinem Inneren. Es war der Beweis für die Prophezeiung des Wahrsagers – dass ihm durch diese schicksalhafte 'Kollision' die Gelegenheit geboten wurde, sich selbst zu reflektieren. Doch dann nahm die Wendung eine völlig unerwartete Form an. Am nächsten Morgen, als Hans Schmidt unter einem Straßenschild vorbeiging, war der unheimliche Wahrsager bereits spurlos verschwunden, und in einem Fragment des herabgefallenen Steins war eingraviert: "Stoß dich mit dir selbst zusammen".
Diese Inschrift war eine einzigartige Botschaft, die ihn aufforderte, seinen eigenen Schwächen und Fehlern direkt ins Auge zu sehen. Hans Schmidt erkannte, dass der Wahrsager in Wahrheit ein Spiegelbild seiner selbst war, und fasste mit Tränen in den Augen den Entschluss, einen neuen Lebensweg einzuschlagen.

















































